Einzelunternehmen oder GmbH? Der Vergleich in Euro
Steuerlich zahlt sich die GmbH vor allem aus, wenn ein großer Teil des Gewinns im Unternehmen bleibt. Was das bei 100.000, 150.000 und 250.000 € Gewinn in Euro bedeutet und was neben der Steuer zählt.
- Solange der Gewinn in der GmbH bleibt, trägt er in Frankfurt 2026 rund 32 % Steuern. Beim Einzelunternehmer kostet jeder weitere Euro Gewinn bei hohem Einkommen 45 bis 49 Cent.
- Bei 250.000 € Gewinn zahlt der Unternehmer mit der GmbH rund 27.600 € im Jahr weniger, solange der Gewinn über das Geschäftsführergehalt hinaus im Unternehmen bleibt. Wird alles ausgeschüttet, sind es rund 6.500 € mehr.
- Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise auf 10 % im Jahr 2032. Einbehaltene Gewinne einer Frankfurter GmbH tragen dann knapp 27 %.
- Als Orientierung lohnt sich die GmbH ab einem nachhaltigen Gewinn von rund 140.000 € im Jahr, wenn ein Teil davon im Unternehmen bleibt.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Einzelunternehmen | GmbH | |
|---|---|---|
| Haftung | Unbeschränkt, auch mit dem Privatvermögen | Grundsätzlich auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt |
| Besteuerung des Gewinns | Einkommensteuer nach persönlichem Satz, bis 45 % zuzüglich Solidaritätszuschlag | Körperschaft- und Gewerbesteuer, in Frankfurt rund 32 % |
| Gewerbesteuer | Freibetrag 24.500 €, weitgehend auf die Einkommensteuer angerechnet | Kein Freibetrag, keine Anrechnung |
| Ihr Einkommen | Entnahmen aus dem Gewinn | Geschäftsführergehalt und Ausschüttungen |
| Gründung | Gewerbeanmeldung genügt | Notar, Handelsregister, Stammkapital 25.000 € |
| Laufender Aufwand | Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz | Bilanz und Jahresabschluss, Offenlegung im Unternehmensregister |
| Verkauf und Nachfolge | In der Regel Übertragung des ganzen Betriebs | Übertragung von Anteilen, auch schrittweise |
Die Steuerbelastung in Euro
| Gewinn | Einzelunternehmen | GmbH, Gewinn bleibt im Unternehmen | GmbH, Gewinn wird voll ausgeschüttet |
|---|---|---|---|
| 100.000 € | 32.400 € (32 %) | 26.500 € (27 %) | 33.700 € (34 %) |
| 150.000 € | 56.200 € (37 %) | 42.500 € (28 %) | 58.700 € (39 %) |
| 250.000 € | 102.000 € (41 %) | 74.400 € (30 %) | 108.500 € (43 %) |
Gewinn vor Geschäftsführergehalt, gerechnet für 2026 mit dem Gewerbesteuer-Hebesatz von Frankfurt am Main (460 %), Grundtarif, ohne Kirchensteuer. In der GmbH zahlt sich der Gesellschafter davon 60.000 € Geschäftsführergehalt; Sozialversicherung, Altersvorsorge und die laufenden Kosten der GmbH sind nicht berücksichtigt. Bei Zusammenveranlagung fällt die Einkommensteuer niedriger aus und der Abstand kleiner: Bei 150.000 € Gewinn stehen dann rund 43.400 € gegenüber 36.800 €.
- Der Vorteil wächst mit dem Gewinn. Bei 100.000 € beträgt er rund 5.900 € im Jahr, von denen die Mehrkosten der GmbH einen großen Teil aufzehren, bei 250.000 € rund 27.600 €.
- Entscheidend ist, was im Unternehmen bleibt. Der Vorteil entsteht durch den niedrigeren Satz auf einbehaltene Gewinne. Wer sie investiert, Kredite tilgt oder über eine Holding anlegt, nutzt ihn. Fließt das Geld später privat, folgt die Steuer auf die Ausschüttung; der Vorsprung liegt dann in der Zeit, in der der volle Betrag gearbeitet hat.
- Die Schere öffnet sich weiter. Die Körperschaftsteuer sinkt ab 2028 jährlich um einen Prozentpunkt auf 10 % im Jahr 2032. Die Belastung einbehaltener Gewinne fällt in Frankfurt dann von rund 32 % auf knapp 27 %.
Was neben der Steuer zählt
Sonderfall Freiberufler
Wann sich die GmbH meist lohnt
| Spricht eher für die GmbH | Spricht eher für das Einzelunternehmen |
|---|---|
| Gewinn dauerhaft deutlich über dem privaten Bedarf | Gewinn wird fast vollständig für den Lebensunterhalt gebraucht |
| Investitionen, Rücklagen oder Immobilien geplant | Wenig Kapitalbedarf, keine Rücklagen |
| Mitarbeiter, größere Aufträge, Haftungsrisiken | Überschaubares Risiko |
| Verkauf, Beteiligung oder Nachfolge absehbar | Betrieb endet mit dem Inhaber |
Häufige Fragen
Ab welchem Gewinn lohnt sich die GmbH?
Zahle ich in der GmbH weniger Steuern?
Was ändert sich durch die Senkung der Körperschaftsteuer?
Was kostet die GmbH zusätzlich?
Muss ich für den Wechsel neu anfangen?
Lohnt sich die GmbH auch für Freiberufler?
Rechtsgrundlagen: §§ 32a, 32d, 34a, 35 EStG; § 23 Abs. 1 KStG; §§ 11, 16 GewStG; §§ 3, 4 SolZG; § 5 Abs. 1 GmbHG. Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Beratung im Einzelfall. Stand: November 2026.